Gastautor werden
Kontakt | Impressum  
# Friday, March 11, 2005

Guerilla-Marketing-Kongress 2005

So ... gerade sind wir vom 2. Guerilla-Marketing-Kongress in Köln heimgekehrt. Unsere Stimmung ist so wie zur Zeit das Wetter: Durchwachsen und regnerisch.

Die Organisation durch Thorsten Schulte vom Guerilla-Marketing-Portal und die Europa Fachhochschule war prima, bis auf Kleinigkeiten hat alles geklappt. Wenn man bedenkt, dass die ganze Angelegenheit von Freiwilligen auf privater Basis durchgeführt wurde, kann ich nur sagen: Weiter so. Wir sind auch 2006 gerne wieder dabei.

Aber ... bei einigen Referenten hätte ich mir allerdings etwas mehr Mühe bei der Vortragsvorbereitung gewünscht. In Zukunft bitte nicht mehr einfach den Standard-Marketing-Workshop-Vortrag verwenden und die "überflüssigen" Folien mangels Redezeit oder Publikumsinteresse dann im Tiefflug überspringen. Das mag zwar durch die Mehrfachnutzung von Powerpoint-Präsos durchaus effizient sein und so natürlich auch dem Guerilla-Marketing-Gedanken entsprechen ... ich persönlich empfand das aber als wenig respektvoll den (teilweise weit angereisten) Teilnehmern gegenüber.  Ach so ... die permanente Werbung in eigener Sache muss wohl anscheinend sein ... oder war ich etwa der Einzige, den das gestört hat?

Aufgefallen ist mir erneut die Polarisierung der "Guerilla-Marketing-Szene". Während ein Teil der Referenten Guerilla-Marketing überwiegend auf Effekthascherei und "Aufmerksamkeit erzielen" reduziert (speziell die Jungens aus den Werbeagenturen mit dem Motto: "Tue Überraschendes und rede darüber"), ist es für andere wiederum eher eine strategische Vorgehensweise, bei der versucht wird, mit einem kleinen Budget die größtmögliche Wirkung zu erzielen ... in dem man sein Low-Budget-Marketingbudget nur für wirkungsvolle Maßnahmen ausgibt und nicht durch Massenmarketing das schöne Geld mit der Gießkanne streut und so verschwendet. Eine klare und allgemein akzeptierte Begriffsdefinition gibt es immer noch nicht ... vielleicht der wesentliche Grund, weshalb "das Guerilla-Marketing" noch weit von breiter Akzeptanz entfernt ist. Mein Erkenntnisgewinn nach 6 Fachvorträgen und 8 Stunden Guerilla-Marketing-Kongress: 

Guerilla-Marketing = viel zu oft nur alter Wein in neuen Schläuchen!

Michael Gandke

Friday, March 11, 2005 5:54:17 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [6]
Saturday, March 12, 2005 10:57:52 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
Kommentar direkt von der Front:

Hallo Michael, hallo Guerilla Fans,

Ich gebe dir Recht, dahingehend, dass von vielen Playern Guerilla Marketing immer noch unterschiedlich verstanden und auch definiert wird. Das wird sich meiner Meinung auch so schnell nicht ändern. Aber villeicht liegt die Würze ja gerade darin, dass Guerilla wohl nie so ganz transparent erscheinen wird. (Alleine schon die vielen Begriffe wie Buzz, Ambient, Guerilla, Chat-Attack etc.. führt oft zur Verwirrung)

Bei der Auswahl der Referenten und Vortragsthemen ist es schwierig, wenn nicht sogar unmöglich es allen Recht zu machen. Wir haben versucht für jeden etwas zu finden. Als Guerilla Profi ist es sicher so, dass man den ein oder anderen Vortrag als "alten Wein in neuen Schläuchen" bezeichnet. Für die Novicen in Sachen Guerilla Marketing sieht es do wohl anders aus.

Wir werden uns natürlich für die Zukunft bemühen den Kongress noch spannender zu gestalten.

Einen Kommentar eines Teilnehmers möchte ich aber gerne veröffentlichen:
"Wir sind mit keiner Erwartung angereist, sind überrascht worden und haben festgestellt, das wir nicht den ICE unter den Marketing Veranstaltungen besucht haben. Wir haben aber auch nicht die alte "Bimmelbahn" bekommen, sondern wissen irgendwie immer noch wie wir gereist sind. Auf jeden Fall anders! Wir kommen im nächsten Jahr wieder, weil wir gerne mal anders reisen möchten. Die Veranstaltung hatte einen unverwechselbaren Charm!"

In diesem Sinne erstmal noch ein schönes WE!
Weitere Fotos, Kommentare, Berichte zum Kongress folgen noch!

Besten Guerilla Gruß
Thorsten Schulte
Saturday, March 12, 2005 2:18:21 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
@ Michael G.
Sehe ich ähnlich. Bei G-Marketing muß man halt richtig kreativ werden und sich (gerade bei kleinen Budgets) ziemlich lang machen und verdammt gut sein, bis eine zündende Idee durchgeackert ist.
Im Übrigen will jeder auch ein bißchen Recht haben. Ich glaube, wenn das jeder hat, werden alle am Ende zustimmend nicken.
Bißken Eigenwerbung muß scheinbar erlaubt sein. Entweder die Jungs kommen da nicht ohne aus oder sie sollten sich angewöhnen, so gut zu sein, daß das unauffällige Hinterlegen einer Visitenkarte (an "Guerilla-Stelle" ;) ) ausreicht. Wär doch mal ne Strategie: Nichts über die eigene Firma sagen; Dann werden das die Interessierten schon rauskriegen, oder?

@ Thorsten
Klar, die super-Spezisalisten werden sich eine Miniecke claimen. In der Branche voll okay. Dem Kunden isses wohl egal; Hauptsache irgendwie Guerilla.
Ich hätte auf jeden Fall gerne eine Einladung zum Nächsten Kongress.

Herzlich - Michael
Saturday, March 12, 2005 3:16:55 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
Hallo,

als Außenstehender bin ich mit der Erwartung dort aufgeschlagen, endlich den Unterschied zwischen klassischem Marketing und dem G-Marketing zu erkennen. Der Spruch „Alter Wein in neuen Schläuchen“ finde ich sehr passend. Auf mich macht das viel mehr den Eindruck, dass man sich als Marketingagentur mit dem Schlagwort G-Marketing einfach differenzieren will.
Ursprünglich dachte ich eigentlich neue Ansätze des Marketings mitnehmen zu können, leider war dieses nicht so. Vermutlich bin ich aber auch mit falschen Vorstellungen zu diesem Kongress erschienen.

Die Veranstaltung als solches war aber sehr gut vorbereitet und organisiert. Man hatte die Chance neue Kontakte zu knüpfen und einige interessante Gespräche zu führen. Sehr gut war der Vortrag über die rechtlichen Aspekte, da hier mit Sicherheit für einige noch etwas zu lernen war.
Daniel
Saturday, March 12, 2005 3:44:15 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
Hallo Daniel,

die Grenzen zwischen Klassik und Guerilla sind manchmal sehr schwer zu finden. Es geht doch darum im Marketing mal Originalität und Ideenreichtum an den Tag zu legen. Dabei kommt es nicht darauf an ob man sich eines Ambient-Mediums bedient bzw. einer anderen Guerilla Waffe, oder eine klassische Anzeige bzw. TV-Kampagne unkonventionell zu starten. Da gibt es einige schöne Beispiele.

Unser Hauptziel besteht darin mit dem Kongress aufzurufen "Different" zu denken. Und natürlich die Guerilla Szene einmal im Jahr zusammen zu trommeln. Anregungen nehmen wir natürlich sehr ernst und versuchen wir auch für das nächste Jahr einfließen zu lassen.

Wie schon gesagt: Wir veranstalten den Kongress nicht um damit reich zu werden. Wir opfern alle unsere Freizeit. Und für 99 Euro Teilnahmegebühr inkl. einiger Sponsoren abzgl. der anfallenden Kosten ist es schon sehr aufwendig!

Im Vergleich zur ersten Veranstaltung 2004 konnten aber schon einige Dinge deutlich optimiert werden. Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken und machen eifrig weiter.

Aber eines ist schon mal vorweg versprochen: "Es gibt definitiv einen Vortrag der auf das Thema "Unterschied und Grenzen zwischen Klassik und Guerilla! :-)

Gruß
Thorsten
Tuesday, March 15, 2005 10:47:55 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
Ich war nicht auf dem Kongress, finde aber als Heribert-Meffert-Jünger die Diskussion interessant.
Denn hier wird ein grundlegendes Problem des Marketing in diesen Tagen deutlich. Nachdem sich die Wissenschaft immer stärker auf das operative Geschäft wirft, bleibt keine Zeit mehr für die Grundlagen. Und deshalb versteht jeder etwas anderes unter den Buzzwords, die auf den Rücken der gerade durchs Dorf geschriebenen Schweine gebrannt sind. So wird sich das Marketing leider auf Dauer überflüssig machen.
Tuesday, March 15, 2005 2:29:21 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00)
Es muss ja auch die Heribert-Meffert Jünger geben. Guerilla kann Klassik niemals ersetzen. Guerilla kann nur flankierend eingesetzt werden. Häufig sind sogenannte Grenzen ja auch fließend.

Die Grundlagen zum Guerilla Marketing stecken "leider" noch in den Kinderschuhen. Hier ist auch meiner Meinung nach noch viel zu tun!

Marketing ist doch auch schon immer irgendwie überflüssig gewesen, aber auch schon immer irgendwie da, es hat nur noch nie jemand gemerkt :-)

Es gibt ja auch für klassisches Marketing unzählige Definitionen. Da wundert es sicher nicht, dass auch Guerilla Marketing auf der Suche nach der einen "Definition" ist. Die Suche nach dem Heiligen Gral! So ein wenig leben wir doch auch von Mythen. Vielleicht zeichnet das auch Marketing bzw. Guerilla Marketing aus.

Gruß
Thorsten Schulte
Comments are closed.

© Copyright  2004 - 2016 Michael GandkeMarkus Baersch |     RSS 2.0  Atom 1.0  CDF  Send mail to the author(s)