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Diese Frage wurde vor, während und nach dem Guerilla Marketing Kongress in Köln sehr ausführlich und auch kontrovers diskutiert.
Auch ich erhalte in Gesprächen mit Marketing-Experten immer wieder eine andere Antwort, eine andere Definition und wahrlich Vorstellungen die mehr als meilenweit auseinander liegen.
In den Diskussionen fallen immer wieder Begriffe wie "Einsatz eines kleinen Budgets", "Überraschendes Marketing", "Marketing für KMU´s", " Straßenmarketing" oder auch "Idee statt Budget". Flankierend hierzu werden dann Begriffe wie Ambush, Ambient, Viral, Buzz, Guerilla, Chat-Attack, Low-Budget-Marketing etc. wild durcheinander gewürfelt. Das ist wohl auch nicht ganz verwunderlich. Schlagwort-Bingo ist eben eine kleine aber verwirrende Krankheit in der Welt der Marketeers. Und die Theorie des Guerilla Marketing ist, obwohl die Wurzeln des Guerilla Marketing schon recht "alt" sind, noch sehr unerforscht. Trotzdem glaube ich, dass man alle Begriffe ganz gut unterscheiden und einordnen kann, was auch zwingend notwendig ist.
Meine persönliche Einteilung findet man im Guerilla Marketing Lexikon.
(Dankbar bin ich für jede Anregung und Diskussion hierzu!)
Auch wenn ich selber gerne die Dinge versuche zu ordnen, hierbei manchmal auch zum Schlagwort-Bingo neige (Sorry!), ist meine persönliche Definition von Guerilla Marketing die folgende:
Alle Marketing-Aktivitäten, egal ob auf klassischen Ansätzen basierend (TV, Anzeigen, Außenwerbung), Internetmarketing, Mobil-Marketing, strategische Marketing-Überlegungen ... müssen ein wichtiges Kriterium erfüllen (auch wenn es simple klingt) um "Guerilla-Charakter" zu zeigen...
..."Originalität!"
Das ist der Faktor der in der Marketing- und Werbebranche leider zu selten zum Einsatz kommt. Ich höre jetzt auch schon wieder die Leute die alles besser wissen, aber keine Lösungen bieten: Der Schulte macht es sich etwas zu einfach es auf den Faktor "Originalität" herunter zu brechen. Aber! Der Großteil des Marketings und der Werbung ist nun mal nicht originell. Platt, abgedroschen, langweilig, manchmal witzig aber mehr nicht. Die Leuchttürme fehlen mir!
Der Einsatz eines kleinen Budgets ist meiner Meinung nach auch nur für KMU´S relevant. Setzt ein Markenunternehmen für eine Aktion ein Budget von 10.000 oder 100.000 Euro an, so ist das in Relation wohl nicht wirklich mehr "kleines Budget".
Gelingt es eine originelle Aktion mit wenig Budget durchzuführen, ist das ein absoluter Optimal-Zustand.
Daher sollte man sich immer die Frage stellen: "Guerilla Marketing für wen ?"
Ja, Guerilla Marketing - "alter Wein in neuen Schläuchen"!!!?? Vielleicht ist es sogar so. Aber trinken tun wir alle davon, der eine mehr und der andere weniger. Vielleicht ist Guerilla Marketing auch aktuell nur ein Trend, der aufkeimt, weil der Begriff "Cool" ist, und weil mal wieder alle auf der Suche nach "Unkonventionalität und Originalität" in Marketing und Werbung sind. In einigen Jahren sprechen wir dann von "Mars-Marketing" oder was weiß ich.
... aber eines wird bleiben: Die Suche nach der permanenten Differenzierung, halt Originalität!
Und noch ein Hinweis der mir auf dem Herzen brennt: Guerilla Marketing ist kein Allheilmittel, mit dem man in "Ruck-Zuck-Manier" sein Marketing auf den Kopf stellt und plötzlich 100% erfolgreicher ist, die Kunden einem die Tür einrennen und die Verkaufszahlen in unglaubliche Höhen schießen. Hier müssen auch die Hausaufgaben gemacht werden.
In der Hoffnung auf eine anregenden Diskussion zur Frage "Was ist Guerilla Marketing?", verbleibe ich mit den besten Guerilla Grüßen
Thorsten Schulte