Gastautor werden
Kontakt | Impressum  
# Tuesday, January 24, 2006

Starkes Wachstum im deutschen Online-Werbemarkt

Der Online-Werbemarkt boomt auch in Deutschland. Eine aktuelle Untersuchung von Nielsen zeigt bei den deutschen Unternehmen im Jahr 2005 ein Wachstum der Online-Werbung von fast 40 % im Durchschnitt. Einzelne "Ausreißer" wie Opodo, Arcor oder Citibank kommen im Vergleich zu 2004 sogar auf einen Zuwachs von über 300 %. Bewertet wurden die Sichtkontakte, also die sogenannten Ad Impressions. Dazu zählen sowohl die Einblendungen von bezahlten Anzeigen in Google AdWords, Yahoo Overture oder Miva, als auch der gesamte Bereich Bannerwerbung. Laut Nielsen Media Research verteilen Unternehmen einen immer größeren Teil ihres Werbeetats in Richtung Online-Werbung.

Michael Gandke (Google Advertising Professional)

Tuesday, January 24, 2006 9:35:45 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [0]
# Thursday, January 19, 2006

WM 2006: FIFA in der Schusslinie

In die Vorfreude auf die Fußball-WM mischt sich ein halbes Jahr vor dem Anpfiff immer mehr Frust über den Veranstalter. Ob die peniblen Vorschriften der FIFA für den Stadionumbau (30 Zentimeter Rückenlehne), ihr Anspruch auf Hoheit über die Stadien oder das aggressive Durchdrücken ihrer Vermarktungsansprüche: Wirtschaft, Kommunen und Politiker fühlen sich vom Fußballweltverband zunehmend gegängelt.

Von Knebelverträgen schimpfte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude, von knallharten Bedingungen sein Kollege Bernhard Deubig aus Kaiserslautern. Am Montag platzte Peter Danckert der Kragen. Dass die FIFA nach der Absage der WM-Gala in Berlin nun angeblich auch eine geplante Ersatzparty am Brandenburger Tor verhindern wolle, das geht wirklich zu weit.

Dabei kommt die Einmischung aus Zürich keineswegs unangekündigt. Denn alle möglichen Partner haben dem FIFA-Diktat zugestimmt, schon bevor Deutschland vor fünfeinhalb Jahren den Zuschlag erhielt. Punktgenau nachzulesen sind viele Vorgaben im Pflichtenheft zur WM 2006. In der Präambel heißt es: Der DFB und das Organisationskomitee unterliegen der Überwachung und Kontrolle der FIFA, die in allen Punkten letztinstanzlich entscheidet.

Die letzte Instanz in einem der brisantesten Streitfälle hat indes noch nicht gesprochen: Es geht um den Wunsch des Schokoladeproduzenten Ferrero, seine traditionellen Sammelbildchen in Hanuta und Duplo mit der Wortbildmarke WM 2006 zu bewerben. Ferrero wollte sich das von der FIFA nicht verbieten lassen, die wiederum den Bundesgerichtshof anrief, weil sie sich die Marke WM 2006 hat sichern lassen. Mit einem Urteil wird vor der WM nicht gerechnet, dabei stehen erhebliche Regressforderungen auf dem Spiel.

Wie aggressiv die FIFA versucht, mit Abmahnungen oder Klagen jede Form des so genannten Ambush-Marketings von Trittbrettfahrern zu unterbinden, die nicht zu den 15 Hauptsponsoren oder sechs nationalen Förderern gehören, weiß Stefan Engels von der Sozietät Lovells. Er und seine Kollegen betreuen eine Vielzahl von Unternehmen, die Angst vor teils drakonischen Strafen haben. Der entstandene Druck sei im Interesse der FIFA, sagt Engels. Die Mandanten werden sehr vorsichtig; und würden so davon abgehalten, ihre rechtlichen Möglichkeiten voll auszuschöpfen.

Für Zähneknirschen in Kommunen und Vereinen sorgt auch die Bannmeile um die Stadien: Innerhalb eines umzäunten Sicherheitsrings darf es während der WM keine Hinweise auf Partner oder Sponsoren der Heimvereine geben, von Fanshops bis zu Zapfhähnen muss alles abgeklebt werden. Selbst die Stadionnamen müssen, wie im Fall der Hamburger AOL-Arena oder der Münchner Allianz-Arena, kostspielig abmontiert werden. Entlang der Wege von wichtigen Hotels zu den Stadien hat sich die FIFA Werbefläche sichern lassen, die mit Plakaten der offiziellen Sponsoren tapeziert werden.

Die Forderungen gehen laut Engels teilweise über deutsches Recht hinaus. So seien etwa Fragen, inwieweit die FIFA die Berichterstattung der Medien reglementieren, für das so genannte Public Viewing Lizenzen vergeben oder öffentliche Flächen vereinnahmen könne, juristisch noch nicht hinreichend geklärt, sagt er. Und nur die wenigsten hätten den Mut wie Ferrero, sich auf einen Rechtsstreit mit der FIFA einzulassen, so dass sich der Weltverband meistens durchsetze.

Den Unmut kontert die FIFA mit dem Hinweis auf ihre Pflicht, den internationalen Sponsoren und nationalen Förderern von Yahoo bis zur Deutschen Bahn Exklusivität zu sichern - immerhin zahlen diese dafür etwa 650 Millionen Euro. Ohne das Geld wäre die WM, die die FIFA und das Organisationskomitee rund eine Milliarde Euro kosten, nicht auszurichten. Dennoch hat Gregor Lentze, Geschäftsführer der FIFA Marketing & TV Deutschland GmbH, Verständnis für das Grollen in den Rathäusern. Anfangs war das für viele sicher ein Kulturschock, zitiert ihn der Spiegel.

Doch nicht nur Wirtschaft und Kommunen müssen sich der FIFA unterordnen, auch die Bundesregierung hat zahlreiche Garantien abgegeben. So wird sämtlichen FIFA-Mitgliedern für die WM eine Abgaben-, Gebühren- und Steuerfreiheit gewährt. Der unüberschaubare Tross des Weltverbandes aus aller Herren Ländern hat weitgehenden Anspruch auf Ein- und Ausreisefreiheit. Und für Ausländer, die mit der WM zu tun haben, wird das deutsche Arbeitsrecht teilweise außer Kraft gesetzt.

Das Pflichtenheft als Grundgesetz? Von einem Diktat der Macht des Weltverbandes über FIFA-Land schreibt die Süddeutsche Zeitung. Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung bescheinigt dem Veranstalter, mit seiner Regulierungswut unter Unternehmern ein Klima der Angst zu erzeugen. Rechtsanwalt Engels sagt: Die Empörung wächst.

Quelle:
Yahoo Sports

Eure Meinung ist gefragt!

Gruß
Thorsten Schulte

P.S. Newsticker zum Guerilla Marketing Kongress 2006!


Thursday, January 19, 2006 12:31:22 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [3]
# Friday, January 13, 2006

Handbuch Low Budget Marketing

Durchaus empfehlenswert!

Handbuch Low Budget Marketing

Buch-Handbuch-LowBudgetMarketing.jpg

Autor: Malte Jablonski
Erscheinungsdatum: 1. Auflage November 2005
Preis: 49,00 Euro
Unsere Meinung: Gutes und aktuelles Buch zum Thema Low Budget Marketing
Inhalt:
Zahlreiche Beispiele verdeutlichen nicht nur die Problematik, sondern zeigen innovative Wege zur effektiven Nutzung kleinerer Marketingbudgets. Nicht zuletzt aufgrund des umfassenden Charakters füllt das Buch eine echte Lücke in der Marketingliteratur und ist für die Praxis wie für die Theorie gleichermaßen wertvoll. Besonders geeignet für KMUs und Vereine.


Gruß
Thorsten Schulte

Friday, January 13, 2006 7:35:29 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]
# Thursday, January 12, 2006

Wie der Schulweg wieder sicherer wird!

Wie sorge ich dafür, dass Autorfahrer in der Nähe von Schulen langsam fahren? Man hänge nette Groß-Flyer von außen an die Windschutzscheiben von Autos, mit der Aufschrift "Please don´t speed near schools". Leider konnte ich nicht in Erfahrung bringen, wo diese nette Aktion stattgefunden hat. Für Infos bin ich dankbar.

GMB_12-01-2006-1.jpg

Gefunden bei TRIBECA, Marketing Alternatif.

Gruß

Thorsten Schulte

P.S. Newsticker zum 3. Guerilla Marketing Kongress


Thursday, January 12, 2006 12:07:32 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [4]
# Friday, January 06, 2006

IKEA mit pfiffiger Idee


Gefunden bei brainstorm9 aus Brasilien. IKEA hat hier eine Guerilla Aktion durchgeführt:

Der Text auf den Schildern lautet:
"A little fabric makes a big difference --- IKEA"

GMB_06-01-2006-1.jpg

GMB_06-01-2006-2.jpg

Gruß
Thorsten Schulte
Guerilla Marketing Portal

P.S. Newsticker zum 3. Guerilla Marketing Kongress.


Friday, January 06, 2006 7:17:34 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]
# Tuesday, January 03, 2006

Intel und der Werbewahnsinn

Der Chip-Hersteller Intel Corp. präsentiert sich optisch bald runderneuert. Laut einem Bericht des "Handelsblatt" wird Intel-Chef Paul Otellini am Donnerstag im Rahmen der Fachmesse CES in Las Vegas den neuen Auftritt des Branchenprimus präsentieren. Der legendäre Werbeslogan "Intel Inside" muss "Leap ahead" weichen. Auch will man künftig auf das heruntergesetzte "e" im Markennamen verzichten. Wie die Wirtschaftszeitung weiter berichtet, will Intel rund 2,5 Mrd. Dollar für die Promotion des neuen Werbeslogans investieren.

Ja liebe Leute ihr habt richtig gelesen. Es werden 2,5 Mrd. Dollar für die Promotion des neuen Werbeslogans investiert. Das ist doch nicht normal. Meiner Meinung nach kann die Marketing Investition (bzw. Illusion) nicht wieder reingeholt werden. Wohl ein sehr schönes Beispiel, wie Marketing-Budgets verschwendet werden. Das hat doch mit Effektivität nichts mehr zu tun.

Was ist eure Meinung?

Gruß

Thorsten Schulte


Tuesday, January 03, 2006 7:00:23 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [5]
# Monday, January 02, 2006

Guerilla Promotion am roten Teppich

Liebe Blog-Leser,

der Winterschlaf des Guerilla-Marketing-Blog Teams ist beendet. Nach einer verdienten und erholsamen kleinen Festtagspause, sind wir ab sofort wieder aktiv.

Natürlich wünschen wir allen Lesern unseres Blogs einen guten und erfolgreichen Start ins neue Jahr 2006.

Interessantes Neues gibt es in Kürze vom 3. Guerilla Marketing Kongress. Vielleicht werden wieder andere Blogger aktiviert. Kleiner Scherz. Ich wollte das Jahr gerne in ruhiger Atmospähre beginnen.

Zum Jahresstart ein nettes Aktiönchen: "Guerilla Promotion am roten Teppich":

Brandevent hat für o2, den Sponsor der diesjährigen Bambi-Verleihung eine Guerillaaktion auf und um den Roten Teppich entwickelt und erfolgreich umgesetzt. Motto der Aktion: „Hunt the Bambi! Finde das Bambi im Englischen Garten und bringe es an den Roten Teppich. Mit ein bisschen Glück kannst Du bei der „Nacht der Stars dabei sein!“

Guerilla-News_02-01-2006-2.jpg

Brandevent hatte in der Nacht vom 30. November zum 01. Dezember dafür gesorgt, dass 2005 Stoff-Bambis durch Guerilla-Promotoren in Bäumen und Büschen im Englischen Garten ausgesetzt wurden. Die Stofftiere trugen einen Flyer am Ohr mit der Aufforderung, vom glücklichen Finder zum Roten Teppich der Bambi-Verleihung gebracht zu werden. In Kooperation mit dem Radiosender RadioGong 96,3 wurde diese Guerilla-Aktion morgens im Radio und über den o2-SMS-Ticker angekündigt, sodass binnen kurzer Zeit sämtliche „Bambis“ gefunden wurden.

Am Roten Teppich befand sich ein o2 Stand mit vier Promotoren, die die erfolgreichen Teilnehmer der Aktion per MMS-Handy mit ihrem „Bambi“ fotografierten. Diese Bilder wurden direkt vor Ort ausgedruckt und gesammelt und unter allen Einsendern der Bambi-Fotos anschließend der erste Preis verlost: Eine Einladung mit Partner zur After-Show-Party inklusive Limousinenshuttle, Styling, Outfits und Welcome Drink.

Alle Teilnehmer, die ohne Bambi an der MMS-Fotoaktion teilgenommen haben, nahmen an der Verlosung von Fussball-Karten für den FC Bayerm München in der Allianz Arena teil. Darüber hinaus wurde mit alkoholfreiem Punsch und Bambi-Futter (heißen Mandeln) für das leibliche Wohl der Jäger gesorgt.

Im Ergebnis hat Brandevent mit dieser Aktion die Umsetzung des „o2 can do-Gedankens“ für die Fans der Bambi-Verleihung erfolgreich erlebbar gemacht und umgesetzt. Die Agentur für Events und Promotions der Serviceplan Gruppe konnte durch die Kooperation mit dem Radiosender und über Aufnahmen der Sendung Focus TV von ProSieben (ausgestrahlt am 04.12.2005) hohe Awareness für o2 erreichen. Hinzu kommt die Generierung von zusätzlichen Kontakten mit der Marke am Point of Sale und über den direkten Link zum Produkt durch die MMS-Fotoaktion am Roten Teppich.

via
Promotion Business

Besten Gruß
Thorsten Schulte (
Guerilla Marketing Portal)


Monday, January 02, 2006 12:06:10 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [0]
# Thursday, December 15, 2005

Guerilla against AIDS

To promote the use of condoms in Buenos Aires, Argentina the government covered the city's central Obelisk with a giant pink colored condom. It was part of World AIDS day on 1st December.

GMB_15-12-2005-1.jpg

via
Adverblog...

Gruß
Thorsten


Thursday, December 15, 2005 11:33:05 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]
# Friday, December 09, 2005

King Kong und Berlusconi im Rampenlicht

Der Mensch stammt vom Affen ab - und die Satire manchmal vom Spaß an der Verwechslung: Bei der gestrigen Europapremiere von "King Kong" in Berlin trat ein täuschend echtes Double von Silvio Berlusconi auf - und trommelte für einen Berlusconi-kritischen Film.

Wer war das imposanteste Alpha-Tier dieses Kinoabends? King Kong, der Held von Peter Jacksons dreistündigem Superblockbuster, der gestern in Berlin Europapremiere feierte? Oder Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi, der eben zu dieser Premiere erschien, inklusive Bodyguards und bester Laune. In Affenmanier auf seine Brust trommelnd flanierte der italienische Politiker und Medienunternehmer über den roten Teppich, feuerte die Fotografen an und grölte "Ich liebe King Kong!"

GMB-09-12-2005-1.jpg
 

Was stimmte nicht ganz an diesem Bild? Ein zweiter Berlusconi saß zur selben Zeit im Palazzo Chigi in Rom und absolvierte ein Meeting. Dies erfuhren die verunsicherten Veranstalter am Telefon von einer Regierungssprecherin aus Rom.

Tatsächlich war der Berliner Berlusconi ein Doppelgänger des mächtigen Italieners - von der deutschen Filmproduktionsfirma Jetfilm entsendet, um für eine Kinosatire Werbung zu machen. Titel der für 2006 geplanten Produktion: "Bye Bye Berlusconi". Unterstützt wurde die Aktion von Deutschlands erster Spaßpostille, "Titanic", deren Chefredakteur Martin Sonneborn heute erklärte, man habe den Darsteller einem "Realitätstest" aussetzen wollen. "Er hat die Prüfung bestanden."

Sehr real muss auch der Schrecken gewesen sein, den die Berliner Polizei, das Auswärtige Amt und die Italienkorrespondenten der Hauptstadt befiel. Auch in bella italia wurde man unruhig, zumal gestern Abend die Saisoneröffnung der Mailänder Scala über die Bühne ging.

Gegen das berühmte Opernhaus, so ein immer wieder erhobener Vorwurf, soll Berlusconi ein Komplott schmieden, weil er es für überbesetzt halte. Der Berlin-Auftritt des Regierungschefs wäre so gesehen ein affiges Bekenntnis zum Popcorn-Spaß gewesen und ein Affront gegen die Hochkultur seines Landes.

Doch Italien hat Glück gehabt: Der sich in Berlin zum Affen machte, war lediglich ein Darsteller - kein hohes Tier.

via Spiegel-Online

Gruß
Thorsten Schulte


Friday, December 09, 2005 8:41:35 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]
# Tuesday, December 06, 2005

WM 2006: Vorsicht vor den Brötchen!

Tja, noch gut ein halbes Jahr, dann ertönt ein schriller Pfiff in der Allianz-Arena München. Das Eröffnungsspiel zur Fußballweltmeisterschaft hat soeben begonnen.

Dieser Anpfiff gilt aber nur für die 22 Akteure des Eröffnungsspiels, nicht aber für Marketingpiraten und Juristen. Das Thema Ambush-Marketing tönt schon seit längerer Zeit aus allen Gassen. Was ist erlaubt? Was ist nicht erlaubt? Zu viele Reglementierungen seitens der FIFA mit Ihren Juristen? Oder aber der richtige Schritt: WM ist ja schließlich eine zu schützende Marke oder? Nur so kann die WM finanziert werden, oder? Sind nun die offiziellen Sponsoren die Deppen, die sich von gefuchsten Marketing-Trittbrettfahrern die Butter vom Brot nehmen lassen? Oder sind die "Ambusher" nur ein Haufen Aktivisten, die clever Grenzbereiche und Grauzonen betreten? Fragen über Fragen!

Über eine Debatte hier im Blog würden wir uns alle sehr freuen!

Als kleines Appetithäppchen hier noch ein kleiner Artikel aus der FAZ:

Die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland verspricht für viele Unternehmen ein Verkaufsschlager zu werden: Souvenirgläser, „WM-Brötchen”, Fußball-Parties - auch außerhalb der Stadien zieht das globale Sportereignis die Massen an und bietet eine Vielzahl von Werbemöglichkeiten.

Das böse Erwachen kann jedoch mit einer Abmahnung von dem Weltfußballverband Fifa kommen, der sich Bezeichnungen wie „WM 2006” und „Fußball WM 2006” als Marke hat schützen lassen. Ergeht nach der Abmahnung auch noch eine einstweilige Verfügung, können sich die Anwalts- und Gerichtskosten schnell auf 10 000 Euro und mehr summieren, erläutert Rechtsanwältin Sandra Sophia Bormann von der Münchner Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz. „Das kann kleine Unternehmen leicht in finanzielle Schwierigkeiten bringen.”

Bereits vor der letzten Fußballweltmeisterschaft 2002 in Korea und Japan wehrte sich die Fifa vehement gegen gefälschte Merchandising-Produkte sowie gegen jede illegale Verwendung der Marken bei Werbung und Promotionsveranstaltungen. „Ambush Marketing” wird diese unautorisierte Nutzung der geschützten Begriffe genannt, also ein Marketing aus dem Hinterhalt.

Ein gesetzliches Sonderschutzrecht wie für olympische Bezeichnungen und Embleme gibt es für die Fußballweltmeisterschaft allerdings nicht. Deshalb hat die Fifa ein umfangreiches Rechteschutzprogramm ins Leben gerufen, das die Wahrung der Rechte und der Exklusivität der offiziellen Partner sicherstellt. So hat sie vor dem letzten Wettbewerb etwa 14 Millionen Schweizer Franken in den Schutz der Exklusivrechte investiert und fast 800 Anträge auf Registrierung der Warenzeichen für das offizielle Emblem der Fifa-Weltmeisterschaft gestellt. Mit ähnlichen finanziellen Mitteln wehrt sie sich auch dieses Mal gegen unautorisierte Werbung.

Schon jetzt registriert die Fifa wesentlich mehr Fälle von „Ambush Marketing” als noch vor vier Jahren, erläutert Gregor Lentze, Geschäftsführer der Fifa Marketing & TV Deutschland GmbH. Während man damals gegen insgesamt 1900 Fälle in 88 Ländern vorgegangen sei, summierten sie sich bereits jetzt - rund ein halbes Jahr vor Beginn der WM - auf 1000 Fälle in 50 Ländern. Die Sponsoren - unterteilt in 15 offizielle Partner und sechs nationale Förderer - lassen sich diese Exklusivität viel kosten. So zahlt Adidas für die Verlängerung seiner Kooperation mit der Fifa bis zum Jahr 2014 rund 350 Millionen Dollar.

Der Schutz sei essentiell für die privatfinanzierte Organisation der Fußball-Weltmeisterschaft, die rund 1 Milliarde Euro kostet, argumentiert die Fifa. Schließlich seien die Einnahmen aus der WM-Vermarktung das Fundament dafür, daß viele der 205 Mitgliedsverbände überhaupt an dem Event teilnehmen können. „Das ganze System würde ohne diese Einnahmen zusammenbrechen”, sagt Lentze.

Dieser Übermacht stehen etwas hilflos Tausende lokale Bäcker, Kioske oder Kneipen entgegen, die die WM auch für sich nutzen wollten. Denn für Unternehmen, die keine offiziellen Partner sind und auch keine Lizenz von der Fifa erworben haben, ist die Rechtslage bei der Werbung mit Bezug auf die Weltmeisterschaft derzeit verworren. „Die Unternehmen sind wegen der vielen unterschiedlichen Urteile in diesem Bereich inzwischen sehr verunsichert”, berichtet Dirk Binding von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Köln.

Täglich erreichten ihn mehrere Anfragen zu den Werbemöglichkeiten, die es jetzt noch für diese Unternehmen gibt. Die sind jedoch begrenzt: So hat sich die Fifa die Marken gleich mehrfach - mit unterschiedlichem Erfolg - schützen lassen. In Deutschland hat etwa das Bundespatentgericht in München die Markennamen „WM 2006” und „Fußball WM 2006” nur für einige Waren und Dienstleistungen geschützt.

Für Produkte, die unmittelbar mit der Sportart zu tun haben, ist dagegen die vom Süßwarenhersteller Ferrero beantragte Löschung der Marken aufrechterhalten worden. Gegen die Entscheidung ist nun eine Beschwerde vor dem Bundesgerichtshof anhängig. Derzeit ist jedoch noch unklar, ob die Bundesrichter vor der Veranstaltung überhaupt Rechtsklarheit in der Frage bringen.

Anders ist die rechtliche Situation bei den europäischen Marken, die gleichberechtigt neben den deutschen stehen. So hat das Europäische Harmonisierungsamt im spanischen Alicante den uneingeschränkten Schutz von Marken wie „WM 2006” und „Deutschland 2006” zunächst gebilligt. Allerdings ist diese Entscheidung auch dort zunächst nur vorläufig. Ferrero, das bereits seit Jahren mit dem Fußballverband im Streit um die Markenrechte liegt, hat für diesen Beschluß die Beschwerdekammer des Amtes angerufen.

Ferrero will die WM - wie in vielen Jahren zuvor - für seine Sammelbildaktion bei den Süßwaren Duplo und Hanuta benutzen. Das Unternehmen argumentiert unter anderem damit, daß weltweit jedes Jahr mehr als 50 Weltmeisterschaften organisiert würden. Das hat das Markenamt jedoch nicht gelten lassen. Es verwies darauf, daß es sich bei der Fußballweltmeisterschaft um das wichtigste Ereignis sowohl in sportlicher wie auch in wirtschaftlicher Hinsicht handele. So habe die Fifa geltend gemacht, daß allein das Finale im Jahr 1998 fast 1 Milliarde Menschen am Fernsehen verfolgt hätten. Zu diesen markenrechtlichen Auseinandersetzungen kommen eine Reihe von Streitigkeiten etwa vor Gerichten in Hamburg und Frankfurt, die ein zersplittertes Bild von der derzeitigen Rechtslage abgeben.

Unternehmen sollten deshalb vorsichtig bei der Werbung mit der Fußballweltmeisterschaft sein, erklärt Rechtsanwalt Alexander Liegl, Rechtsanwalt bei der Kanzlei Nörr Stiefenhofer Lutz. Direkte Bezüge auf die Weltmeisterschaft etwa durch das Anbieten von Fußbällen oder Kaffeetassen mit dem Schriftzug „WM 2006” verstoßen gegen die Markenrechte. Auch „WM-Brötchen” sind problematisch. „Die Rechtsfolgen bei Verletzung der Rechte der Fifa können verheerend sein”, warnt er. Sie reichen von Ansprüchen auf Unterlassung, Beseitigung oder gar Vernichtung der Produkte bis hin zu Schadensersatzforderungen.

Die Vergangenheit habe gezeigt, daß die Fifa massiv gegen „Ambush Marketing” vorgehe, deshalb seien nun „Kreativität und Witz” bei der Erwähnung der Fußball-Weltmeisterschaft gefragt, rät er. Denn: „Die Fifa kann nicht alles verbieten”, sagt Liegl. Auch steht eine rein beschreibende Benutzung des Begriffes Weltmeisterschaft grundsätzlich offen. Sprüche wie „Wir unterstützen unsere Jungs bei der WM” oder „Trinken Sie unser Bier während der Weltmeisterschaft” seien durchaus denkbar, ergänzt Markenrechtler Jan Krekel von der Kanzlei.

Zudem gebe es für mittelständische Unternehmen noch immer die Möglichkeit, die Spiele etwa in einer Gaststätte auf Großleinwänden zu übertragen und dabei für die üblichen Preise Speisen und Getränke zu verkaufen. Während für kommerzielle öffentliche Vorführungen eine Lizenz von der Schweizer Infront AG einzuholen und eine Gebühr zu zahlen ist, bedarf es für nichtkommerzielle lediglich der Genehmigung von Infront. Auch die regionalen IHKs wollen in diesem Bereich Alternativen bieten.

So wird die IHK Nordrhein-Westfalen im Dezember eine Kooperation mit dem Innenministerium präsentieren, kündigt Binding an. Dabei können Betriebe Produkte wie Fußbälle oder Bäckertüten zum Selbstkostenpreis erwerben, die mit dem Slogan „Im Westen treffen sich die Besten” und einem Fußball verziert sind. Ähnliches hat die IHK Bayern unter dem Werbespruch „Fußballand Bayern” ins Leben gerufen.

Quelle:
FAZ.NET

Viel Spaß beim Lesen und schon mall besinnliche Tage wünscht

Euer Guerilla Marketing Portal Team


Tuesday, December 06, 2005 5:06:50 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]

© Copyright  2004 - 2012 Michael GandkeMarkus Baersch |     RSS 2.0  Atom 1.0  CDF  Send mail to the author(s)