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# Monday, November 26, 2012

Schlüsselfaktoren und Beispiele für erfolgreiche Guerilla-Kampagnen

Stichwort: Reizüberflutung. Verschiedene Studien zeigen, dass der durchschnittliche Verbraucher heutzutage multimedial mit ungefähr 3.000 Werbebotschaften pro Woche regelrecht "bombardiert" wird. Fest steht, egal ob traditionelle oder neue Medien, egal ob auf Facebook (eines der angeblich populärsten Werbemedien der heutigen Zeit) oder auf dem best platziertesten Werbeplakat mitten im Stadtzentrum: Die Anzahl der Werbebotschaften hat mittlerweile Überhand genommen und ein Großteil dieser verbleibt nur selten im Gedächtnis des Rezipienten.

Genau hier setzt bekanntlich - erfolgreiches - Guerilla-Marketing an. Was aber macht diese genau erfolgreich und worin unterscheiden sich "gute" und "schlechte" Guerilla-Kampagnen? Oft ist ein entscheidender Faktor, sich mehr als auf ein Medium oder einen Kanal zu verlassen und weiter zu denken, wenn die gute Idee erste Gestalt annimmt. Besonders dort, wo sich On- und Offline ergänzen und Guerrilla Marketing mit traditionellen Medien verbunden wird, kann ein nachhaltiger Effekt erzielt werden. Das liegt in Zeiten von Internettechnologie, insbesondere seit der exponentiell steigenden Popularität sozialer Medien, schlussendlich auch nahe. Über unterhaltsame, lustige oder ungewöhnliche Dinge tauschen sich Konsumenten gerne und intensiv aus – auch über einfallsreiche Werbung.

Einige "Best-Practice" Beispiele

Ein Vorzeigebeispiel ist das folgende Video, welches seit der Veröffentlichung im April 2012 (binnen 6 Monaten) mehr als 38.000.000 Klicks sowie mehr als 1800 Kommentare nur auf Youtube erreicht hat. Dabei ist anzunehmen, dass die Aktivität der Konsumenten bei Facebook noch um ein Vielfaches höher war und dies einen Großteil zu den Klicks beigetragen hat.

Bei einer solchen Guerilla Marketing Aktion ist es sicher, dass nach kürzester Zeit auch die Presse davon erfährt – ein weiterer Multiplikator und wohlmöglich stärkster "Influencer" (durch die hohe Erreichbarkeit der Zielgruppe sowie die Authetizität), welcher die Werbebotschaft automatisch an eine breite Maße weitergibt – ohne zusätzliche Kosten und zugleich mit viel Lob.

Ein weiteres Paradebeispiel ist eine Aktion von DHL in Mexiko, wobei das Unternehmen nicht nur auf kreative Art und Weise auf Produkte des Unternehmens aufmerksam macht, sondern zugleich durch Verwendung des Corporate Designs (insbesondere das Logo und Hausfarben) den Wiedererkennungswert der Marke durch die Guerilla Marketingaktion steigern.

DHL - México

Selbige Taktik wurde zur Einführung des Batman Films The Dark Knight Rises genutzt, wobei die kreativen Marketingköpfe das Batman Logo passend zum Inhalt des Films ins Szene setzten; und zwar wurde das Batman Logo nach Eintreten der Dunkelheit in überdimensionaler Größer per Laser auf ein großes Gebäude in Barcelona projektziert.

Batman Bat Signal, laser light graffiti, Barcelona

Fazit

Wer jetzt ein Kochbuch erwartet hat, muss freilich enttäuscht werden: Erfolgsfaktoren für gute Guerilla-Marketing Strategien und Taktiken können nicht genau definiert werden. Ohne gute Idee nutzt auch eine Strategie, die auf Social oder die (lokale) Presse setzt, nur wenig - oder geht genau deshalb nach hinten los, weil es besonders leicht gemacht wurde, Spott über soziale Medien zu verbreiten und so den gewünschten Effekt nicht nur zu verfehlen, sondern auch noch umzukehren. Daher bleibt es bei allgemeinen Eigenschaften, die einer erfolgreichen Guerilla-Kampagne zu Grunde liegen.

Guerilla Marketing funktioniert besonders dann, wenn idealerweise mehrere der folgenden Faktoren gegeben sind:

  • Einzigartig
  • Unerwartet
  • Überraschend

Guerrilla Marketing erfordert deswegen:

  • Querdenker die über den eigenen Tellerrand hinaussehen
  • Eine gute kreative Idee. Sonst ist alles andere überflüssig
  • Intensive und präzise Vorbereitung
  • Langfristige Planung

Maximale Werbewirkung durch übergreifende Nutzung der Medien:

  • Earned Media: Posts, Diskussionen oder "Likes" in den sozialen Medien
  • Einbindung von PR als "Influencer" und Multiplikator
  • Word of mouth: Schaffung von Gesprächsstoff innerhalb der Zielgruppe und darüber hinaus

Autor: Kai Michaelsen, im Auftrag von Vistaprint.de

Monday, November 26, 2012 4:55:40 PM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [0]
# Tuesday, May 29, 2012

Internationales Guerilla-Marketing

Der große Effekt von Guerilla-Marketing-Maßnahmen ist ohne Zweifel zum großen Teil der sehr hohen Kreativität, die in diesem Gebiet an den Tag gelegt wird zu verdanken. Werbung, die da auftritt wo, und in der Form in der man sie erwartet, hat oftmals nicht den nötigen Überraschungseffekt und kann auch keine virale Dynamik entwickeln (ein häufiger positiver Nebeneffekt von Guerilla-Marketing). Viele Guerilla-Marketing-Maßnahmen rücken oft schnell ins Bewusstsein der Öffentlichkeit der jeweiligen Zielregion: Wer teilt nicht gerne lustige Internetvideos mit seinem Umfeld oder berichtet gern von kreativen Werbegags.

Herausforderung Internationalisierung

Ein wenig schwieriger gestaltet sich die Verbreitung von Guerilla-Marketing allerdings im internationalen Umfeld: Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg von Guerilla-Marketing ist, dass dieser an die Zielpersonen angepasst ist. Möchte man nun also eine Guerilla-Marketing-Kampagne starten, die international ausgerollt werden soll, so sollten in jedem Fall alle möglichen Anpassungen an die regionalen Gegebenheiten vorgenommen werden um den bestmöglichen Erfolg erzielen zu können.

Das erste und wohl offensichtlichste Hindernis bei der internationalen Verbreitung von Guerilla-Marketing dürfte die Sprache sein: Mit deutschen Werbebotschaften dürfte man auf dem amerikanischem Markt herzlich wenig ausrichten können. Es werden also entsprechende Marketing-Übersetzungen benötigt. Aber das ist jedoch einfacher gesagt als getan: Wer sich in der Übersetzungsbranche auskennt weiß, dass wirklich gute Übersetzungen ein schwieriges Unterfangen sind. Hier geht es nämlich nicht nur einfach darum die Wörter in die andere Sprache zu übertragen, sondern die Intention, die Botschaft und die Stimmung des Textes zu transferieren. Zu berücksichtigen sind hierbei sprachliche und kulturelle Besonderheiten der verschiedenen Regionen: So sollten unbedingt Redensarten, sprachliche Mittel oder symbolische Bilder etc. angepasst werden.

Im Bereich Guerilla-Marketing gewinnt dieser Aspekt an besonderer Bedeutung, denn hier wird auch gerne mal zu unkonventionellen Methoden gegriffen, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Was in der einen Region als gewagt aber lustig erscheint, kann in der anderen als albern oder gar geschmacklos eingestuft werden.

Aufsehen erregen konnte in Deutschland vor kurzem etwa die Firma "Du Darfst", welche für Diät-Produkte wirbt. "Du Darfst" bzw. Unilever wollte durch die Verwendung eines provokanten Slogans den gewünschten Guerilla-Effekt auslösen, und so haben sie ihren gleichnamigen Slogan "Du darfst" zeitweilig durch den englischen und „unkonventionellen“ Slogan "F...k the Diet" (Slogan vom Autor entschärft) ersetzt. Zwar gelang es der Firma Aufsehen zu erregen: Die Resonanz war aber zum großen Teil negativ und hat für scharfe Kritik gesorgt, sodass der Slogan kurzerhand zu "Diät – OHNE mich" geändert wurde: Der energische Charakter wurde zwar beibehalten, das Provokante wurde jedoch gestrichen.

Rechtliche Stolperfallen

Um den Erfolg von Werbung gezielt abschätzen zu können, um zu wissen was "ankommt" und was "zu weit" geht, bedarf es qualifizierter und versierter Übersetzer zu deren Kompetenzbereich auch fundierte regionale Kenntnisse zählen. Neben der sprachlichen und inhaltlichen Anpassung gibt es noch weitere nicht minder wichtige Aspekte, die bei der internationalen Ausrichtung von Guerilla-Marketing berücksichtigt werden sollten: Etwa juristische Aspekte. Von Bedeutung sind hier unter anderem die Regelungen hinsichtlich des unlauteren Wettbewerbs, des Verbraucherschutzes und des Jugendschutzes. Auch relevant sind Regelungen bezüglich irreführender Werbung, vergleichender Werbung oder bezüglich der Informations- und Transparenzpflicht.

Nehmen wir etwa das Beispiel Straßenwerbung: In Deutschland ist es etwa verboten Menschen auf offener Straße aus Werbezwecken anzusprechen, das sieht in anderen Ländern teilweise anders aus. Oder nehmen wir das Beispiel E-Mail Werbung: E-Mail Werbung darf in vielen europäischen Ländern nur mit ausdrücklicher schriftlicher Einwilligung erfolgen. Die Rechtslage kann sich in den genannten Punkten von Land zu Land unterscheiden: Dem Start der Guerilla-Marketing-Kampagne sollte entsprechend eine ausgiebige Recherche und juristische Beratung vorangehen.

Erreicht der Kanal die Zielgruppe?

Weiterhin spielen die gewählten Werbekanäle in Bezug auf die regionale Ausrichtung des Guerilla-Marketings eine wichtige Rolle. Hierfür muss man sich vor Augen führen, dass nicht alle Medien in allen Regionen in der gleichen Menge vorhanden sind und in der gleichen Intensität genutzt werden. Beispiel Internet: Während in Deutschland der Anteil der Nutzer ca. 66 % beträgt, sind es in der Ukraine zum Beispiel lediglich um die 15 %. In Bezug auf Guerilla-Marketing dürfte insbesondere interessant sein, dass mehr als ein Drittel aller deutschen aktive Facebook-Nutzer sind.

Auch im Nutzverhalten gibt es gravierende regionale Unterschiede: Zum Beispiel die Frage, ob das Internet aus sozialen Gründen oder zu Geschäftszwecken relevant ist könnte in Bezug auf Guerilla-Marketing eine Rolle spielen.

Guerilla-Marketing ist zweifelsohne eine innovative und effektive und auch sehr effiziente Art des Marketings. Doch trotz aller Effizienz wird deutlich, dass die Kampagnen gut durchdacht und durchgeführt werden wollen, um mit Erfolg belohnt zu werden – ganz besonders auf internationaler Ebene.

Autor: Daniel Schween, Übersetzungsbüro 24translate

Tuesday, May 29, 2012 2:37:22 PM (GMT Daylight Time, UTC+01:00) : #    Comments [0]
# Wednesday, May 09, 2012

Die letzte Botschaft eines Ertrinkenden, zahnlose Bowlingbahnen und der Yeti in Köln

Beispiele für gelungene Guerilla-Marketingkampagnen

Wenn Guerilla-Marketing mehr bringen soll als Irritation und Amüsement, müssen clevere und kreative Maßnahmen eingesetzt werden, die nicht nur punktuell für Aufsehen sorgen, sondern länger im Gedächtnis bleiben. Dann stellen sich nachhaltige Effekte ein – und das beworbene Produkt bleibt im Gedächtnis. Innovative Ideen fallen allerdings nicht vom Himmel. Deshalb ist es von Vorteil, sich hier und da Anregungen zu holen. Denn auch klassische Werbemittel wie Flyer, Plakate und Aufkleber können für Aufsehen sorgen und die gewünschten Effekte erzielen – wenn sie kreativ eingesetzt werden. Erfahren Sie, was uns Ertrinkende zu sagen haben, was der Yeti in Köln treibt und was es mit zahnlosen Bowlingbahnen auf sich hat.

Die Ignoranz eines Ertrinkenden – oder wie man auf die Klimaerwärmung aufmerksam macht

Den öffentlichen Raum haben Plakate längst erobert. Sie prangen an Straßenrändern, Litfaßsäulen und in U-Bahn-Höfen. Ihre Allgegenwart lässt die Menschen abstumpfen und wegsehen. Wer mit seinem Plakat dennoch Aufsehen erregen möchte, sollte es an einer ungewöhnlichen Stelle platzieren. Dort, wo niemand mit einem Plakat rechnet, dort, wo es Verwunderung und Überraschung hervorruft.

Ein gelungenes Beispiel eines Guerilla-Plakates stammt von einer Umweltschutzorganisation. Sie hängte keine zotteligen Eisbären auf einsamen Schollen in die U-Bahn-Schächte, sondern platzierte eine einsame Frage mitten ins Nirgendwo. Ins Wasser. Die Passanten staunten nicht schlecht, als sie das Schild aus den Wellen herausragen sahen, das von zwei Plastikhänden gehalten wurde. Darauf lasen sie (übersetzt): „Globale Erwärmung? Was soll denn das Geschwätz?“ Da können wissenschaftliche Abhandlungen, die vom Schmelzen der Pole und von Überschwemmungen der Küstenregionen lamentieren, nicht mithalten. Einen Ertrinkenden, der an seiner Ignoranz und seinem Schild festhält, trifft einfach ins Schwarze.

Global Warming Kampagne

Bowling mit Überraschungseffekt

Plakate an ungewöhnlichen Orten sorgen für Überraschung. Auch Aufkleber wirken dort am besten, wo sie niemand erwartet. Oder haben Sie schon einmal bei einem Bowling-Abend mit Freunden über eine Zahnzusatzversicherung nachgedacht? Nein? Dann haben Sie eine wirkungsvolle Guerilla-Marketingkampagne verpasst.

Eine Bowling-Anlage in Süddeutschland beklebte die Wand am Ende der Bahn mit dem Bild eines offenen Mundes. Die weißen Kegel, hübsch nebeneinander aufgereiht, sehen darin wie Zähne aus. Schon dieses Ensemble ist ein Hingucker, der schmunzeln lässt. Der Clou kommt jedoch erst, wenn alle Kegel umfallen und der Schlund zahnlos dasteht. Dann ist eine kurze Notiz zu lesen: Zahnzusatzversicherung für 9,90 Euro im Monat. Darunter stand der Name der Versicherung. Das Schmunzeln wird zum Lachen und gewonnen hat nicht nur der erfolgreicher Kegler, sondern auch die Zahnzusatzversicherung, die sich gekonnt in Szene gesetzt hat.

Geringe Mittel, große Wirkung

Mit witzigen Ideen an ungewöhnlichen Orten zu überraschen ist noch längst nicht alles. Guerilla-Marketingkampagnen sollen schließlich auch kostengünstig sein. Wie man diese Ansprüche umsetzen kann und dabei noch mächtig Wellen schlägt, zeigte eine deutsche Fluggesellschaft. Sie sorgte dafür, dass der Yeti endlich gefunden wurde. Und zwar mitten in Köln.

Dafür ließ die Fluggesellschaft ganz Köln mit überdimensionierten Fußspuren übersäen, die mit abwaschbarer Farbe in Einkaufsmeilen und auf das Messegelände der Stadt gepinselt wurden. Darin stand: Der Yeti zu Besuch in Köln. Der Yeti, Künder exotischer Ländern und unerforschter Welten, sollte die Lust aufs Reisen wecken.

Doch die Passanten mussten schließlich überzeugt werden, dass die Reise am besten – und am günstigsten! – mit der besagten Fluggesellschaft zu planen ist. Dafür wurde in einem zweiten Schritt ein witziger Spruch in den Fußabrücke gesprayt. „Sprayen und Abhauen“ war dort nun zu lesen. Der Preis eines Flugs inklusive Webseite der Fluggesellschaft kamen noch dazu – und schon sprach eine ganze Stadt über eine gelungene Guerilla-Marketingkampagne.

Ein wenig Farbe hat ausgereicht, um diese Kampagne Wirklichkeit werden zu lassen. Doch spielen die Macher hier nicht mit dem Gesetz, mit den Ordnungshütern Kölns und vor allem mit dem guten Willen der Straßenreinigung? Mögliche Kosten für Reinigung und Abmahnungen der Stadt wurden bei der Budgetplanung bereits miteinkalkuliert. Und dennoch war die erfolgreiche Werbemaßnahme um einiges günstiger als die Buchung klassischer Werbetafeln. Günstig, kreativ und witzig – so muss Guerilla-Marketing sein.

Autor: Jeannette Stowasser, www.flyerpilot.de

Wednesday, May 09, 2012 3:26:08 PM (GMT Daylight Time, UTC+01:00) : #    Comments [0]
# Wednesday, December 07, 2011

Sage Branding-Kampagne auf Youtube: "Mehr Zeit für die wichtigen Dinge"

Kampagnen mit professionell produzierten Spots, die sich ausschließlich an die riesige Youtube-Gemeinde richten und auf TV verzichten, sind nicht neu. Je breiter die Zielgruppe für das eigene Produkt ist, desto einfacher ist i. d. R. auch die Umsetzung. Wer aber mit witzigen Botschaften auf virale Effekte und entsprechendes "Social Media Echo" hofft, hat aber meistens ein konkretes Angebot; wie z. B. im Fall der "Next Big Thing"-Kampagne von Samsung.

Eher selten sieht man aber Beispiele für ähnliche Kampagnen aus dem B2B-Umfeld - vor allem, wenn kein direkter Produktverkauf, sondern eher Branding im Vordergrund steht. Sage Software hat eines dieser seltenen Beispiele im Zusammenarbeit mit elbkind auf die Beine gestellt und via Youtube und Facebook umgesetzt. Wir haben bei Stefan Rymar von elbkind nachgefragt, wie die Kampagne entstanden ist und wie es mit dem Erfolg aussieht.

Q: Wie hat das Ganze angefangen? Meint: Aus welchem Grund hat sich Sage für eine solche Kampagne entschieden bzw. wie ist die Kampagne überhaupt zustande gekommen?

A: Sage steht für Business Software für kleine und mittelständige Unternehmen. Und die machen Sie auch sehr gut. Das Problem ist, dass man nicht grade mit seinen Bekannten über die beste Buchhaltungssoftware spricht und Sage generell in Deutschland nur sehr wenig Bekanntheit zu verzeichnen hat. Deswegen wollte man mit dieser Kampagne einfach mal neue Wege gehen und das Social Web als Kanal nutzen, um Aufmerksamkeit für die Marke zu erzeugen, aber auch um Feedback aus der Community zu erhalten.

Q: Gab es konkrete Vorgaben für Art und Umfang der Kampagne (sollten es Videos sein) oder hat elbkind hier im Vorfeld bereits – ggf. im Rahmen des vorgegebenen Budgets – beraten?

A: elbkind hat hier beraten. Es gab einen festen Budgetrahmen und auch Markenbekanntheit als ein definiertes Ziel. Welche Aussage wir jedoch in welcher Form und an wen rüberbringen sollten, wurde komplett im Dialog erarbeitet.

Q: Welche Ziele wollte Sage mit der Kampagne erreichen? Es wird ja weder ein spezielles Produkt angesprochen, noch eine bestimmte Produktlinie hervorgehoben (sieht man davon ab, dass sich vom zweiten Spot vielleicht ganz besonders die Handwerker und Kleinunternehmer angesprochen fühlen), sondern eher übergeordnete Aspekte wie z. B. „Effizienz“ adressiert. Lag „Branding“ also wirklich im Vordergrund… und wenn ja: Ist auch hier eine Erfolgsmessung in irgend einer Weise vorgesehen?

A: Das Branding lag ganz klar im Vordergrund. Es war uns wichtig aufzuzeigen, mit welcher Motivation die vielen Mitarbeiter kontinuierlich an ihrem Produkt feilen: Dem Anwender mehr Zeit für die wichtigen Dinge zu ermöglichen. Sei es, für den gestressten Buchhalter, die Belegerfassung so stark zu vereinfachen, dass er diese nun schneller abarbeiten kann und damit mehr Zeit für wichtige unternehmerische Projekte bekommt. Oder der Kleinunternehmer, der vielleicht die samstägliche Ablage auf ein Minimum reduzieren kann und so früher die Freizeit mit seiner Familie genießen kann. Sage will letzten Endes die Businessprozesse derart vereinfachen, dass die Pflicht von jedem Anwender schneller erfüllt werden kann, damit mehr Zeit für die Kür bleibt.

Q: Wie auf Youtube nicht anders zu erwarten, finden sich neben dem üblichen Spam nicht nur positive Kommentare auf die Videos. Neben (ebenso üblichen) Witzen sind auch durchaus kritische Stimmen dabei, die sowohl die Inhalte selbst als auch der Konsequenzen der überzeichneten Auswirkungen guter Software im Alltag betreffen. Gehörte das zum Plan, die Diskussion anzuregen oder kam es eher überraschend?

A: Absolut. Ein gewisses Augenzwinkern war gewollt. Natürlich wird durch Sage kein Mitarbeiter zum Knopfdrücker degradiert bzw. komplett wegrationalisiert. Die Aussage, dass man nun mehr Zeit für die wichtigen Dinge hat, wollten wir aber ganz bewusst mit einer gehörigen Portion Überzeichnung transportieren. Stellen Sie sich vor, wir hätten Frank gezeigt, wie er nun anstatt 4 Stunden Belegerfassung und 4 Stunden Projektmeetings nun 2 Stunden Belegerfassung, 4 Stunden Projektmeetings und 2 Stunden neue Projektarbeit angehen kann...nicht wirklich interessant. Manchmal ist es der kurze plakative Witz, der eine komplexe Botschaft am besten rüberbringt. Die Tatsache, dass es hier zu Kritik kam, zeigt einfach nur, dass man sich mit der Botschaft auseinandergesetzt hat.

Q: Der simpsons-inspirierte „Alarm in der Werkstatt“ hat nicht nur die wenigsten Kommentare bei höchster Anzahl an Aufrufen, sondern fällt auch sonst ein wenig aus dem Rahmen, den die beiden anderen Videos vorgeben. Steckt mehr dahinter?

A: Dieser Clip richtet sich vor allem an Klein-Unternehmern, die wir nicht mit Anzug und Krawatte und Monatsabschlüssen ansprechen wollten. Also auch hier war der Witz auf Augenhöhe gefragt, mit dem sich der Betrachter identifizieren kann.

Q: Da die Reaktionen – zumindest für die ersten Videos – bei Youtube nun die heiße Phase verlassen haben: Wie sieht es generell mit der Zielerreichung für die Kampagne aus? Sind Agentur und Kunde zufrieden mit den erzielten Ergebnissen?

A: Auf jeden Fall. Wir haben ein absolut unbekanntes Produkt ins Gespräch gebracht. So viel sei schon mal verraten, dies ist auch nur der Auftakt einer längerfristig geplanten Image-Bildung und -Stabilisierung.

Q: Wie kam – und passt - denn der die Kampagne ergänzende „Sage Outchecker“ auf Facebook in das Konzept?

A: Ganz einfach: Mit Sage hat man mehr Zeit für die wichtigen Dinge. Und checkt sich nach getaner Arbeit gepflegt aus. Während alle anderen wie wild Check-Ins sammeln, sagt Sage  ganz bewusst: Fahrt euch mal runter, klinkt euch mal aus, ihr habt euren Job gut gemacht und jetzt ist erst mal Feierabend. Übrigens wird auch dieses nette kleine Tool bald noch eine zentralere Funktion bekommen.

Q: Wie lange dauerte es ungefähr von Idee zu Konzept über Freigabe bis zum ersten veröffentlichten Video und wie viel „Eigenanteil“ in Form von internen Ressourcen für diesen Prozess muss ein Unternehmen in etwa einplanen, wenn Interesse an einer ähnlichen Kampagne besteht?

A: Also man muss sagen, dass wir hier sehr schnell agiert haben. Zwischen erstem Briefing und finaler Filmabnahme lagen in diesem Fall eher Wochen als Monate. Auf Agentur und Kunden-Seite muss hier schon ein funktionierendes Team aufgestellt werden, welches grade bei so engen Zeitvorgaben die nötige Entscheidungskompetenz auf Unternehmens- und flexiblem Projektmanagement auf Agentur-Seite vereint. Hinzu kommt natürlich immer die nötige Social Media Kompetenz, welche mindestens bei der Agentur und gerne auch im Unternehmen abgedeckt sein sollte.

Q: Und - passend dazu - die Gretchenfrage: Kann auch ein grober Preisrahmen genannt werden, den man mindestens ansetzen muss, um mit einer spezialisierten Agentur wie elbkind gemeinsam alle Aspekte der Konzeption, professionellen Produktion, Seeding und Erfolgskontrolle anzugehen – vollkommen unabhängig von der hier betrachteten Kampagne, sondern eher als Orientierungshilfe für das „kleinstmögliche Denkbare“?

A: Hier gibt es eigentlich nur eine richtige Antwort: Das kommt drauf an :) Generell liegen jedoch grade im Konzept-Bereich hohe Aufwände zugrunde, da man immer nach Neuem, Innovativem und vor allem Gesprächswürdigen sucht, was die Marke genau in der Form dort platziert, wo die Zielgruppe erreichbar ist. Und zwar in einer Form, die nicht stört, sondern stimuliert. Oder anders: Die klassische Print-Anzeige aus dem Baukasten geht wahrscheinlich schneller. Die Produktion bewegt sich fast im TV-Rahmen. Lediglich bei dem Drehmaterial können wir günstiger arbeiten, aber dafür haben wir häufig deutlich längere Filme. Auch die Webproduktion sollte sich auf hohem Niveau bewegen und ist technisch oft sehr anspruchsvoll. Wirklich sparen kann man bei der Media-Leistung, da es zwar Seeding/Media-Anstrengungen geben sollte, diese aber in keinster Weise mit klassischen Schaltungen zu vergleichen sind. Genaue Zahlen lassen sich leider nie nennen, da wirklich jede Kampagne ein ganz individuelles Baby ist. Man kann aber schon sagen, dass für eine komplette Kampagne der mittlere bis hohe 5-stellige Bereich zu veranschlagen ist. Inklusive der Werbemittelproduktion dann auch eher der 6-stellige Bereich.

Die Videos

Wer sich selbst ein Bild machen will, sollte sich die Videos direkt bei Youtube ansehen, um auch das Feedback nachzuvollziehen, daher werden die Clips hier ausnahmsweise nicht eingebunden, sondern nur verlinkt:

Wednesday, December 07, 2011 11:31:02 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]
# Monday, November 14, 2011

Viehrales Marketing - Nur ein phonetisches Phänomen?

Seit kurzem gibt es eine Gruppe von Marketing Aktivisten, die sich für das Gebiet des "Viehralen Marketing" stark machen. Sie fordern, das Gebiet als ein offizielles Teilgebiet des Marketings zu etablieren. Dabei handelt es sich nicht um Tierschützer, sondern um tierliebe Wissenschaftler und Praktiker die sich mit dem Thema Marketing beschäftigen.

Nun mag der gewiefte Semantiker hinter dem Stall hervortreten und mit der "Ätsch Bätsch" Fahne wedeln. Doch das Viehrale Marketing hat durchaus mehr zu bieten, als eine Wortverwandtschaft zum Viralen Marketing.

Im groben unterscheidet man drei verschiedene Teilgebiete

  • Tiere als Identifikationsfaktor
  • Non-Viehrales Marketing
  • Viehrales Marketing Post Mortem

"Tiere als Identifkationsfaktor" ist das am häufigsten zu beobachtende Teilgebiet. In diesem Fall benutzt ein Unternehmen ein Tier, und dessen vom Mensch darauf projizierte Attribute als Metapher, um im Nachfrager eine emotionale Reaktion auszulösen. In aller Regel hilft das Tier dem Menschen, ähnlich wie in einer Fabel, sich selbst im Produkt zu erkennen. Durch das Tier wird ein höherer Identifikationsgrad der Marke beim Kunden erreicht.

Ein bekanntes Beispiel ist die Marke Frosch, der Werner & Mertz GmbH aus Mainz. Bereits vor 25 Jahren setzte das Reinigungsmittel Unternehmen auf den Frosch in ihrer neu geschaffene Marke. Biologisch abbaubare Produkte stellten zu der Zeit eine Innovation dar und der weiter gedachte Nutzen für die Umwelt musste an den Verbraucher kommuniziert werden. Der Frosch ist ein Vertreter des Tierreiches und seine grüne Farbe spiegelt ebenfalls die Natur wider. So wird dem Käufer durch den Frosch der biologische Faktor signalisiert.

"Non-Viehrales Marketing" ist der Zustand, in dem ein Unternehmen bewusst auf den Einsatz von Tieren verzichtet und dies kommuniziert. Darunter fallen z. B. Freizeitparks die auf ihr Delfinarium verzichten bzw. es zurück bauen, Restaurants die mehr als 50% vegetarischer Speisen im Menü haben oder Pflegeprodukte und Kosmetika die ohne Tierversuche hergestellt wurden. In diesem Fall findet eine reverse Anwendung der tierischen Identifkation statt.

Von "Viehralem Marketing Post Mortem" spricht man, wenn das Leistungsprogramm des Unternehmens darin besteht, tote Tiere zu vermarkten. Ein sehr spezielles Teilgebiet, aber auch hierfür existiert ein großer Markt. Da das Marketing immer die Absatzorientierten Ziele des Unternehmens im Auge hat ist es für alle fleischverarbeitenden Betriebe unverzichtbar Viehrales Marketing Post Mortem - Also das Marketing mit Tieren nach deren Tod - zu betreiben.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass in alle Fälle des Viehralen Marketings die besondere Beziehung zwischen Mensch und Tier eine übergeordnete Rolle spielt. Das Unternehmen nutzt diese Beziehung aus um seine absatzorientierten Ziele zu erreichen. Wenn Sie nun das Interesse gepackt hat und Sie mehr Beispiele für Viehrales Marketing sehen wollen, besuchen Sie doch mal unseren Blog für Viehrales Marketing.

Wir danken dem Team des Guerilla Marketing Blogs.

Off Topic oder nicht? Kommentieren ist hier zwar dank der Spamflut nicht leicht und so gehen leider oft auch gut gemeinte echte Kommentare unter, aber wir werden diesem Beitrag in den nächsten Tagen besondere Aufmerksamkeit widmen...

Monday, November 14, 2011 8:38:20 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [0]
# Wednesday, August 03, 2011

Guerilla-Marketing nach Schwedenart: Mit „Kloppe“ zum Erfolg

Eine Guerilla-Marketing-Aktion von sprichwörtlich durchschlagender Wirkung zu entwickeln, ist gar nicht so einfach. Im Offline-Bereich des realen Lebens geht es daher meist darum, mit möglichst geringem Mitteleinsatz größtmögliche Aufmerksamkeit zu erzielen. Zu den in diesem Sinne beispielhaften Taktiken gehören nahezu poetische Vorgehensweisen wie das Snow- und Streetbranding – das Einbringen von negativen Schablonenbildern in den Neuschnee oder auf verschmutzte Wandflächen. Auch etwa die Projektion von Bildern, Texten oder Videos auf öffentliche Flächen lässt sich einfach und kostengünstig realisieren.

Im Online-Bereich wiederum kommt es vor allem auf die Viralität an – also die Fähigkeit des Erdachten, sich rasch von selbst zu verbreiten. Denn je höher die Viralität, desto weniger Anschubaufwand bedarf es und desto größer ist der Erfolg. Eine Ideenumsetzung, die schallendes Gelächter bei allen auslöst, die ihrer ansichtig werden, und sofort die Nachfrage nach einem Link „generiert“, den man an Freunde weiterreichen kann, muss also in diesem Sinne erstklassig sein.

Genau dies aber ist unlängst der Marketingabteilung von IKEA mit dem Fantasieprodukt "Kloppe" gelungen. Ein Plakatentwurf zeigt dabei ein langes, an einen Schlagstock erinnerndes rundes Stück "unbehandeltes" Buchenholz und weist dieses als "Meinungsverstärker" aus. Das Ganze unter dem Slogan: "Diskutierst du noch oder überzeugst du schon?"

IKEA Kloppe

Ich kenne niemanden, der sich anders als oben beschrieben verhalten hätte. Entsprechend hat "Kloppe" im Netz rasant schnell die Runde gemacht. Inzwischen kursiert auch schon die ebenfalls sehr lustige Anleitung zu "Kloppe".

IKEA Kloppe - Anleitung

Peter Montag, Aufgesang Public Relations GmbH

Wednesday, August 03, 2011 9:40:38 AM (GMT Daylight Time, UTC+01:00) : #    Comments [2]
# Monday, May 09, 2011

Guerilla Marketing kreativ kombiniert

Die eigne Werbung so zu verpacken, dass sie sich von der Konkurrenz abhebt, bei der entsprechenden Zielgruppe Aufmerksamkeit erzeugt und dennoch bezahlbar bleibt, ist das erstrebte Zeil eines jeden Werbetreibenden.

Leider gibt es in der heutigen Zeit nicht mehr sehr viele Möglichkeiten, seine Werbebotschaft kostengünstig zu verpacken und die eigene Werbeinformation in keiner direkten Konkurrenz mit anderen Unternehmen darstellten.

Zeitungswerbung, Radiowerbung oder auch TV-Werbung sind erstens recht teuer und stehen immer in Konkurrenz mit anderen Firmen. Auch die zielgruppengenaue Ansprache lässt sich bei diesen Werbeformaten nicht genau einplanen. Ein hoher Streuverlust ist hier das Stichwort.

Nicht viel anders verhält es sich bei den klassischen Werbeformen. Flyer oder andere Printmedien führen auch hier nicht immer zum erwünschten Ziel.

Ein Alleinstellungsmerkmal haben Werbeartikel mit Ihrer Werbebotschaft, Ihrer Internetadresse oder Ihrem Logo. Bei der persönlichen Übergabe oder der Verteilung an die entsprechende Zielgruppe wird für eine kurze Zeit, die 100% Aufmerksamkeit auf das Werbemittel sowie die aufgebrachte Werbebotschaft gelenkt.

Dieser Werbeeffekt lässt sich noch erheblich steigern, wenn Werbeartikel in Guerilla Marketing Kampanien eingebunden werden.

Die Firma PASCH Werbeartikel aus Darmstadt hat sich dieser Werbeidee angenommen und ein kostenloses EBook erarbeitet, wo 10 kreative Guerilla Kampanien mit verschiedenen Werbeartikeln beschrieben werden. Das gratis EBook „Die 10 besten Guerilla Marketing Ideen mit Werbeartikeln“ kann man kostenlos downloaden.

Konkrete Beispiele und Anwendertipps, die in dieser PDF-Datei bereitgestellt werden, reichen von der Messepräsenz ohne eigenen Messestand über die kreative Kontaktaufnahme bei Neukunden bis hin zu geheimen Spuren auf Spielplätzen.

Durch die Verbindung von starken Emotionen und einer ungewöhnlichen Verpackung Ihrer Werbebotschaft sind Werbeartikel in Verbindung mit einer Guerilla Aktion ein sehr interessanter Werbeansatz.

Die Welt der Werbeartikel entwickelt sich rasant weiter. In Verbindung einer kreativen Werbestrategie haben Sie den Erfolg auf ihrer Seite.

Thomas von Stetten

Anm.d.Red.: Ergänzend dazu gibt es vom Autoren des Beitrags wahlweise auch was auf die Ohren: Die Ausgabe 11 des "Guerrilla Show"-Podcasts bei Radio4SEO befasst sich passend zum Thema schwerpunktmäßig mit "Guerilla Marketing mit Werbeartikel". Reinhören und Abonnieren :)

 

Monday, May 09, 2011 10:05:32 AM (GMT Daylight Time, UTC+01:00) : #    Comments [0]
# Thursday, February 17, 2011

Wie man mit Ambient Marketing Kunden erreicht

Mit Werbung wird man heutzutage ja an allen Ecken und Enden regelrecht beworfen. Kaum eine Hauswand ist nicht plakatiert und manchmal hat es den Anschein, als ob das Programm im Fernsehen nur noch aus Werbung besteht, doch auch wenn diese Form des Marketings auf jeden Fall einen großen Einfluss auf uns hat, so gibt es dann doch auch noch ganz andere Methoden zur Vermarktung von Produkten oder Dienstleistungen, die man auf den ersten Blick gar nicht erkennen würde. Als Ambient Marketing bezeichnet man jenen Bereich im Marketing, wo sich Werbemittel als Bestandteil im täglichen Leben darstellen.

Beliebte Beispiele sind Pizza-Kartons mit Werbung, Gratis Postkarten in Bars und Restaurants oder aber auch Info-Screens in den U-Bahn Stationen. Anders als bei ganz normaler Werbung im Fernsehen oder in anderen Medien verhält es sich so, dass Ambient Media keine Schwierigkeiten hat, sich an die Fersen des Kunden zu heften und empfangen zu werden. Ob man nun im Supermarkt, an der U-Bahn Station oder im Fitnesscenter damit in Kontakt kommt, spielt dabei im Allgemeinen keine Rolle.

In weiterer Folge darf man sich nicht davon täuschen lassen, dass diese Art der Werbung nur in ganz bestimmten Sparten zum Einsatz kommen kann. Die Wirklichkeit sieht so aus, dass es sich um qualitatives Marketing handelt, bei der die Platzierung der Werbung an passenden Orten von zentraler Bedeutung ist. Nur wenn Werbung gezielt an den potenziellen Kunden getragen wird, stehen die Chancen für einen Erfolg sehr gut. Die Quantität steht hingegen nicht im Vordergrund, weil man durch Ambient Marketing eine viel geringere Streuung vorweisen kann.

Ein aktuelles Beispiel ist die Werbung von dem Fernsehsender RTL für den zweiteiligen Spielfilm „Hindenburg“, der erst kürzlich ausgestrahlt wurde. Hierfür hat man verschiedene Motive der Hindenburg auf CinemaCards abgebildet, die in Kinos im ganzen Land gratis zur freien Entnahme zur Verfügung gestanden haben. Besonders interessant können auch Info-Screens in Stationen sein. Schließlich wartet man meistens mehrere Minuten auf die nächste U-Bahn, wodurch die Aufmerksamkeit während dieser Zeit auf den Info-Screen und die darauf gezeigte Werbung konzentriert wird.

Aufgrund der oftmals sehr innovativen Umsetzung, bleibt Werbung die durch das Ambient Marketing an den Kunden gebracht wird deutlich länger in Erinnerung, als herkömmliche Werbung. Außerdem empfindet sie der Empfänger in der Regel auch als nicht ganz so störend und in vielen Fällen als praktisch und angenehm (z.B. Gratis Postkarten oder CinemaCards).

Andreas Joschua


Thursday, February 17, 2011 9:57:47 AM (GMT Standard Time, UTC+00:00) : #    Comments [1]
# Friday, October 15, 2010

Die Diesel Jeans im Eisblock

Dummheit ist eigentlich keine Eigenschaft, mit der sich ein Mensch rühmen kann. Doch offensichtlich sieht Diesel das anders. Mit dem Slogan „Be Stupid to Get a Free Diesel Jeans“ hat das Unternehmen eine Werbekampagne auf die Beine gestellt, die viel Aufmerksamkeit erregt hat. Zu dieser Kampagne gehören vor allem Guerilla-Aktionen, die per Video dokumentiert werden:

Genau genommen ist nicht unbedingt Dummheit gefragt, sondern Dreistigkeit. Zudem sollte ein echter Diesel-Fan keine Angst vor peinlichem Verhalten in der Öffentlichkeit haben. Das wird sehr schön deutlich im eingefügten Video deutlich, dass die Guerilla-Aktion zeigt. In Zürich und anderen Städten wurden große Eisklötze in stark frequentierten Straßen platziert. Da ein Eisklotz alleine recht langweilig ist, wurde eine Diesel-Jeans in die klobige Skulptur integriert. Zunächst einmal sorgt ein massiver Eisblock für Aufsehen. Viele Passanten nähern sich diesem recht ungewöhnlichen Objekt, um es sich genauer anzuschauen. Dabei entdecken sie die Jeans im Inneren und zudem einen Text. Versprochen wird eine neue Diesel-Jeans aus dem nächsten Diesel-Geschäft im Tausch gegen die Jeans aus dem Eisblock. Letzte Zweifel werden mit dem Slogan „Be Stupid to Get a Free Diesel Jeans“ aus dem Weg geräumt.

Die einfachste Methode wäre es wohl, einfach auf das Schmelzen des kalten Stoffes zu warten. Im Winter kann dies aber lange Zeit dauern. Deswegen sind andere Verfahren angesagt. Das Video zeigt zaghafte Versuche mit heißem Wasser, doch auch mit diesem Mittel ist es nur schwer möglich, die Jeans aus ihrem eisigen Gefängnis zu befreien. Nachdem die sanften Methoden fehlgeschlagen sind, kommen die Verfechter der brachialen Gewalt zum Zuge. Mit Werkzeug und roher Kraft ist es recht einfach, das Eis zu zerstören und die Jeans zu befreien. Allerdings bleibt ein solches Vorgehen nicht unbeobachtet. Deswegen ist es unvermeidlich, dass sich ein Publikum bildet, welches das seltsame Treiben beobachtet. Menschen, die sich für eine Hose in der Öffentlichkeit zum Deppen machen, müssen zweifellos mit Spott leben. Somit werden wenigstens diese speziellen Diesel-Fans dem Werbeslogan gerecht.

Guerilla-Marketing kann viele Facetten haben. Diesel kreiert unterhaltsame Events, die nicht nur bei der Realisierung, sondern auch als Video im Internet funktionieren. Das Video eignet sich wiederum bestens für eine virale Verbreitung, so dass die Kampagne auf mehreren Ebenen erfolgreich ist. Eine ganz andere Frage ist allerdings, ob es besonders klug ist, die eigenen Kunden als „stupid“ zu outen. Aber vielleicht ist es auch nicht verkehrt, die gewünschte Zielgruppe genau zu kennen.

Quelle: www.source-werbeartikel.com

Friday, October 15, 2010 11:46:02 AM (GMT Daylight Time, UTC+01:00) : #    Comments [0]
# Monday, August 02, 2010

Branding mit dem BrennDing...

Wie sieht das eigentlich konkret aus, wenn man mit kleinem Budget eine Werbekampagne für den eigenen Shop konzipiert und dabei auch auf virale Charakterzüge setzt? Hat eine solche Kampagne überhaupt eine Chance, in der Masse - und vor allem im Wettbewerb mit Profi-Virenschleudern über die Grenzen des eigenen Bekanntenkreises hinaus Aufmerksamkeit zu erreichen? Werden im Vorfeld gesteckte Ziele erreicht oder heißt es am Ende des Tages nur "Außer Spesen nix gewesen"?

Wir haben dankenswerterweise auf einige dieser Fragen Antworten erhalten, die sich auf ein konkretes Beispiel beziehen: Das BrennDing.

Daniel Pioch, Abteilungsleiter für den Internetbereich bei der Holz-Richter GmbH, hat uns einige Details über den bisherigen Erfolg der BrennDing-Kampagne in einem Interview wissen lassen (die ungeachtet des Titels dieses Beitrags nicht nur Branding, sondern konkreten Umsatz als Ziel hat).

Wie würden Sie die Idee und Aktion beschreiben, wenn Sie nur 20 Sekunden Zeit dazu hätten?
D. Pioch: Mit dem BrennDing unter www.brennding.de kann man in drei einfachen Schritten ein Foto oder einen Webcamschnappschuss von sich in ein witziges Motiv einfügen. Die Anpassung an die vorgegebene Maske ist Dank Flash bequem und schnell abgehalten. Anschließend wählt man noch einen von fünf witzigen Slogans aus und gibt seinen Namen ein. Sobald das eigene "BrennDing" fertig gestellt ist hat man die Auswahl, das entstandene Bild per E-Mail an Freunde zu versenden oder via Facebook oder Twitter zu veröffentlichen. Dies erleichtert den Nutzern, das Motiv an Freunde zu versenden, was einen viralen Effekt begünstigen soll.
(Anmerkung: Versuchen Sie einmal, diesen Text laut und verständlich in 20 Sekunden zu verlesen. Tun Sie´s jetzt - und warnen Sie alle Kollegen vor, die in Hörweite sitzen ;))

Wie ist die Idee entstanden?
D. Pioch: Spontan hatten wir in der Internetabteilung der Firma Holz-Richter GmbH an einer viralen Marketingkampagne für den Onlineshop www.bbq-shop24.de umzusetzen. Nach kurzer Zeit kamen wir auf die Idee einer Flash-Applikation, in die man ein Foto von sich einbinden kann. Dies würde eine Personalisierung der Aktion bewirken, was ebenfalls ein weiterleiten an Freunde fördern soll. Da bereits eine Location für den Dreh von Produktvideos gebucht war, hatten wir den Einfall eines Fotoshootings. Das Motiv sollte einen gutaussehenden jungen Mann und eine attraktive junge Frau in einer witzigen Pose vor einem Barbecue-Grill zeigen. In der Applikation hat dann jeder die Möglichkeit, einer leicht bekleideten Person sein eigenes Branding aufzudrücken. Aus Gag haben wir die Aktion dann BrennDing getauft. Die Umsetzung der Flash-Applikation dazu wurde von einer Agentur übernommen. Hierbei wurde auf Funktionalität und Usability optimiert.

Wie hoch waren der direkte und der indirekte Erfolg?
D. Pioch: Erfolg hat die Aktion im erhofften Sinne gebracht, nämlich in der weiteren Bekanntmachung des BBQ-Shop24. Wir denken, dass ein Großteil der Teilnehmer den BBQ-Shop24 mit einem positiven Gedanken im Hinterkopf behält. Leider können wir jedoch in diesem Zusammenhang keine Zahlen nennen.

Seit (und bis) wann läuft die Aktion?
D. Pioch: Die Aktion startete am 02.07.2010. Ein frühes Ende der Initiative ist jedoch noch nicht geplant, da wir uns noch einen weiteren Erfolg der Kampagne erhoffen.

Sind Sie (bisher) zufrieden und werden ggf. ähnliche Aktionen folgen?
D. Pioch: Im Zusammenhang mit dem BrennDing können wir schon von einem Erfolg sprechen. Auch in Zukunft erhoffen wir uns noch viel von der Aktion. Weiterhin können wir auch sagen, dass gewiss noch weitere ähnliche Aktionen folgen werden.

Monday, August 02, 2010 10:24:03 AM (GMT Daylight Time, UTC+01:00) : #    Comments [1]

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